Pässefahrt 2011: Südliche Alpen
02.07. - 09.07.2011
Mit zunehmender 'Reife' stellt sich beim Menschen immer
mehr Weisheit ein. Behauptet wird das zumindest so. Irgendwie scheinen
aber Alex und ich durchaus (un)rühmliche Ausnahmen zu sein.
Auf der Suche nach einer Route für eine heurige Pässefahrt planten zunächst ich,
dann wir beide munter drauf los. Auch inspiriert von der letztjährigen Radwoche mit
festem Hotel Nähe Bassano del Grappa einigten wir uns auf eine Querung der südlichen
Alpen:
- vom Gardasee irgendwie nach Slowenien.
Teilweise Bekanntes - bestimmte Highlights sollten ja unbedingt dabei sein! - und natürlich Einiges an Neuland musste her, vorausgesetzt, dass nach Möglichkeit überwiegend wenig befahrene Straßen den Ton angaben. Dann stand die Tour, und vom Anspruch her wahrlich nicht von schlechten Eltern.
Das merkten wir dann, als die Suche der Mannschaft begann.
3500 - 2600 - 3500, nicht die Maße eines Superweibs, sondern die Höhenmeter der
ersten drei Tage!
Einige etablierte Mitfahrer hatten aus diversen Gründen schon im Vor- feld absagen
müssen, andere wollten angesichts des abzuverlan- genden Kräfteaufwands gar nicht
erst mit. Aber dann hatten wir die Truppe beisammen, aufgefrischt mit einigen dynamischen
Gästen, und zu neunt diesmal. Die Methode wie oft erprobt: Mieten eines Sprinters.
Durch Abmontieren einiger Lenker an den Rädern schafften wir es sogar, alle neun
Bikes in unserem Gestell unterzubringen!
Den letzten Tag mussten wir umplanen. Eine Einfahrt nach Slowenien -wir wollten
zunächst über das Socca-Tal und den Vrc in KranjskGora aufhören- war nicht erlaubt.
Naja, dann halt über den PsoLanza und evt noch den Zoncolan, was solls?!
Absolutes Glück mit dem Termin. Wir erwischten eine wahre >StrahleWoche<, nur
zwei nächtliche Gewitter, sowie ein kurzer Schauer vermieste das Radeln. Sonst nur
Sonne, wenig Wind und äußerst angenehme Temperaturen. Eine Woche später hat es
gar auf 2200m herabgeschneit!
Die Truppe harmonierte prächtig. Die üblichen geliebten Sticheleien ob der
schlechten Form oder des Abgehängtwerdens, der gesunde Ehrgeiz und der Kampf mit
den nicht endenwollenden Steigungen ließen nie Langeweile aufkommen. Immer schmeckte
das Essen noch. Auch das Finden unserer adhoc-Quartiere gestaltete sich überra- schend
einfach, und bis auf Cortina hielten sich die Kosten sehr in Grenzen. In Rasun
ließen wir uns gar in einem Wellnesshotel ver- wöhnen. Eine Topidee.
Gab es eine schönste Etappe?
Nein, definitiv hatte jeder Tag seine eigenen Reize:
die schmalen Sträßchen und die große Weite am 1.Tag, die Ein- samkeit des 2.Tages,
die Fahrt durch den Belluneser Nationalpark am 3.Tag, der Rummel an Sella und Co.
am 4.Tag, der kräfteraubende Abstecher zur Auronzohütte am 5.Tag, die ellenlange Abfahrt
vom Stallersattel, sowie die kurvigen Radwege der Drau und Gail am 6.Tag,
und letztendlich der finale Schlussanstieg rauf zum PsoLanza -mehrmals und länger
bis 24%!!-, der allen die allerletzten Kräfte abverlangte.
Eine entspannende und ausgedehnte Rast in der warmen Sonne ließ die ganzen
Mühen jedoch rasch vergessen. Zoncolan, war da nicht mal was?? Aber den wollte
dann wahrlich niemand mehr!
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich die meisten der Teilnehmer durch eine in- und
extensive Vorbereitung gut in Form gebracht hatten. Ein gewisser Spaßfaktor war somit
stets dabei.
Insgesamt radelten wir über zehn erwähnenswerte Pässe, dabei zu- sammen ca. 17500Hm
und 750km in 7 Fahrtagen.
Von Sturz, Unfall oder dgl. blieben wir gottseidank verschont, und außer, dass Meikl es am Schlusstag schaffte, bei der letzten Abfahrt gleichzeitig Platten vorne UND hinten(?) zu kreiieren, gibts in der Hinsicht erfreulicherweise gar nix zu vermelden.
Weiter so, und auf zu neuen Taten ...
Ferdl
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Unsere Truppe
Fedaiasee (Marmolada)
Höhenprofil Tag3 - 3500hm
Auffüllen der Energiespeicher
on the road
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