Alpencross 2009

22.08. - 28.08.2009

 

Schnaufend und völlig durchgeschwitzt kämpft sich die 6er-Gruppe die letzten Meter hinauf zum Joch. Kein Wort wird mehr gesprochen, denn dafür reicht die Luft nicht mehr. Aber jetzt ist es geschafft!
Der letzte Schluck aus der Flasche, ein paar Bissen vom Riegel und das fantastische 360-Grad Panorama über endlose Bergspitzen und in tiefe Täler lassen den Puls wieder herunterfahren und die Kräfte neu sammeln. Nach ein paar Minuten der Ruhe beginnt der Adrenalinspiegel erneut zu steigen, denn eine anspruchsvolle und spannende Abfahrt steht bevor.
So – oder zumindest so ähnlich – empfindet der Biker an jedem der 7 Etappen den Höhepunkt des Tages.

Wir hatten uns wie jedes Jahr zu einem Alpencross verabredet: diesmal die Route von Füssen nach Trient.

Beim Start ist der Himmel grau und regenschwanger. Nach einem endlosen Slalom durch hunderte japanischer Touristen bis Neu- schwanstein, wollen wir noch den berühmten Blick von der Marien- brücke zum Schloss erhaschen. Aber eine undurchdringliche Nebel- wand hat dies leider erfolgreich verhindert. Touristenfrei gehts dann gleich über die Bleckenau hinauf zum Jägerjoch (1430 m). Zum Eingewöhnen ein geiler, sehr anspruchsvoller Trail (Schützensteig) hinunter zum Ammerwald. Der Rest des Tages ist rasch abgespult.

In Lermoos werden wir von Sonne geweckt. In frischer Morgenluft beginnt die knackige Auffahrt zum Marienbergjoch (1824 m). Oben im Joch begeistert uns der herrliche Rundblick mit Zugspitze, Grünstein, Lechtaler Alpen und tief unten das Ehrwalder Moos. Mit ziemlichem Druck auf die Pedale erreichen wir an diesem Tag noch Sölden. 'Oma Anna' ermöglicht eingünstiges Quartier. Die ausgeschlagene Halb- pension sollte sich aber rächen - sündteure Preise in der Pizzeria!

Heute ist Großkampftag! Zunächst rauf zur Martin-Busch-Hütte (2501m). Die nächsten 500 Hm zur Similaunhütte hilft nur noch Schieben, Tragen, Schwitzen und Keuchen. Da wir nicht über den Gletscher wollen, ist ein regelrechter Klettersteig mit Seilsicherung zu überwinden. Geschafft und stolz sitzen wir bald in der Hütte (3019 m) bei einer nahrhaften Knödelsuppe.
Nun wartet eine Abfahrt über 2300 hm auf uns! Naja Abfahrt!? Leider erst ab dem Vernagt-Stausee rauschen wir in atemberaubendem Tempo hinunter in den Vinschgau, weiter noch bis ins obere Etschtal nach Marein.

Der nächste 'Arbeitstag' führte uns über den Tarscher Pass auf 2517m, schlappe 1800Hm am Stück, mit viel Schieben und Tragen. Hinab ins Ultental dann. Der Alpenhauptkamm ist damit endlich überwunden! Zu viel Glück bei der Zimmersuche wird der Tag mit richtig viel Rotwein bedacht. Nur Pit schnieft am Abend verdächtig.
Und tatsächlich: nach schwerem inneren Kampf gegen die Lust bricht Pit die Tour ab. Bei uns führen Wanderwege, teils mit üblem Wurzel- werk stets weiter gen immer mehr südliches Flair. Dann ein Rahmen- bruch bei Freds MTB! Notdürftig repariert, muss er es zurück bis Meran schaffen.
Dann waren's nur noch vier!

Viele weitere eindrucksvolle Momente erhaschten wir, bis wir in Trient eine 12(!)-stündige Bahnfahrt nach hause mit allerlei bahntech- nischen – nein, bahnbürokratischen - Hindernissen über uns ergehen lassen mussten.


Aber wieder einmal ging eine sehr schöne, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Transalp zu Ende   - 360km bei 11000Hm!

Erwin

 zurück 

Die erwartungsvolle Truppe

zur Martin-Busch-Hütte - 2500m

zum harterkämpften Similaunjoch - 3019m

Malheur total!

Traumpano zum Molvenosee

Südliches Flair