Biken Königsee - Postoijna

01.09. - 07.09.2000

 

Fr, 01.09.00 80km 2300Hm Königsee - Filzmoos
Sa, 02.09.00 75km 2200Hm Filzmoos - Maria Pfarr
So, 03.09.00 73km 2200Hm Maria Pfarr - Kleinkirchh.
Mo, 04.09.00 56km 2300Hm Kleinkirchheim - Ossiach
Di, 05.09.00 80km 1400Hm Radovljica - MostNaSoci
Mi, 06.09.00 95km 2300Hm MostNaSoci - Postoijna
Do, 07.09.00   0km      0Hm Heimfahrt mit dem Auto
Gesamt: 460km 12700Hm  

Vor vier Jahren, im September 1996, hatten wir eine Nordalpen- durchquerung von West nach Ost, vom Bodensee bis eben zum Königsee mit vielen schönen Eindrücken erfolgreich hinter uns gebracht. Wir, das waren Alex, Erich, Martin und ich. Und irgendwann wurde von mir die Idee geboren, eigentlich könnten wir diese Route auch in den Ost- bzw. Südteil der Alpen fortsetzen. Einer langen Über- redungskunst bedurfte es wahrlich nicht, alle waren schnell bei der Stange. Leider bis auf Erich, der heuer etwas gesundheitliche Probleme hatte. Dafür sprang dann unser Youngster Michael ein. Nach doch ziemlich langer und intensiver planerischer Vorbereitung - wir hatten manchmal keine Ahnung, ob unsere ausgetüftelte Route auch wie gedacht und gehofft so durchführbar werden würde - ging's dann endlich Anfang September los.

Aber leider spielte schon bei der Anfahrt der Wettergott eine unrühmliche, mehr miserable Rolle, und es sollte während der gesamten Tour nicht entscheidend besser werden. Obwohl, es hätte noch viel schlimmer kommen können. So mussten wir die sich immer wieder anbietenden Re- genpausen intensiv nutzen. Unserer sehr positiv eingestellten Stim- mung konnte dies nahezu nichts anhaben.

Genau an dem Punkt, Parkplatz Königsee, an dem vor vier Jahren das große überaus nasse Finale stattfand, starteten wir diesmal, wie schon erwähnt, ebenfalls im strömenden Regen. Gottseidank hatte ich gleich Fahrdienst. Durchaus nicht neidisch sah ich den Rest der Truppe im Dunkelschwarz der tiefhängenden Wolken verschwinden. Die Route führte zunächst durch den Nationalpark Berchtesgaden über das Stahlhaus (1733m) nach Golling. Ein Quartier in Filzmoos, wie auch eigentlich an den anderen Zielorten, war von mir schnell gefunden. Dann bikte ich selbst los, den andern entgegen. Mit der Wegfindung war es diesmal durchaus nicht so einfach, aber dann war auch eine ziemlich unübersichtliche und batzige Waldpassage geschafft. Die warme und trockene Wirtsstube in Lungötz begrüßten Alle. Und welch unvermutete Überraschung dann! Kam doch tatsächlich noch gegen Abend die Sonne raus. Vor dem Hintergrund der Dachsteinkulisse und der Großen Bischofsmütze wurde damit der Übergang (1700m) ins Filzmooser Tal zu einer richtigen Augenweide.

Weniger schön am nächsten Tag die Auffahrt zum Roßbrand (1770m), bei ziemlicher Kühle und leichtem Nieseln. Dann aber im sausendem Sinkflug hinunter nach Radstatt, bevor wir uns zum Oberhüttensattel (1868m) hochquälen mussten. Die letzten Kilometer waren gnadenlos steil, immer hart an der Grenze, vom heißgeliebten und zugleich verdammten Bock abgeworfen zu werden. Hochwill- kommen tauchte im dicken Nebel die Oberhütte auf, gerammelt voll, Superstimmung drin ("Tür zu!!!"), die wir voll genossen, bevor wir wieder in den strammen Regen und die Saukälte raus mussten. Eine längere Abwärtsschiebe- bzw. Tragestecke wärmte ein wenig. Pitschnass und voll angesifft erreichten wir Maria Pfarr (1100m).

Am Morgen besserte sich zunächst nach anfänglichem Regen das Wetter zusehends. Bei der Überfahrt über die Turracher Höhe - ich machte freiwillig wieder Fahrdienst - kamen all die Erinnerungen an den Tauern Total detailliert wieder hoch. Mit dem Auto lassen sich 24% halt sehr viel leichter als mit dem Fahrrad bewältigen. Als die andern die Nockalmstraßen hinter sich hatten, stießen wir wieder zusammen. Zum Bocksattel hoch (1958m) war dann ganz schön zu schieben. Leichte, schöne Trials in Richtung bergab entschädigten jedoch ziemlich, und der Rest bis nach Kleinkirchheim (1100m) war nach einer kurzen welligen Passage sowieso nur noch Sturzflug hinunter.

Sogar bei zaghafter Sonne packten wir dann am Montagmorgen die steile Auffahrt zum Wöllaner Nock, dem Dach der Tour mit 2145 m. Viel Betrieb dort, trotz des mittlerweile wieder mäßigen Wetters. Der Übergang gestaltete sich unvermuteterweise sehr einfach. Doch bei der sich anschließenden Abfahrt erwischte es uns voll. Gnadenlose, heftige Regenschauer und saukalt. Zentimeterdick klebte der Dreck an Rad und Fahrer. Und trotz des steilen Anstiegs auf der Gerlitzenstraße dauerte es lange, bis uns wieder einigermaßen warm wurde. Dankbar genossen wir dann die allerdings nicht sehr heimelige 'Bahnhofshalle' auf der Gerlitzenalpe, auch mit dem Wissen, von nun an geht's nur noch bergab, und das bei rassigen 16% und mittlerweile trockenem Teer. Ein elegantes Abendessen in Ossiach entschädigte dann etwas für die erlittenen Leiden an diesem sehr abwechslungsreichenTag.

Nach dem Autotransfer durch den Karawankentunnel begleitete uns dann endlich ab Radovljica (500m) Sonne und Wärme. Dank der Beschreibung und guter Karten gestaltete sich die Wegfindung bei den unendlich vielen Verzweigungen gar nicht mal so schwierig. Völlig ohne Verfahrer gelangten wir bis nach MostNaSoci (170m), einem für uns wunderschön gelegenen Örtchen an der Idrija.

Ein wahrlich deftiger Verhauer - nach einer wunderschönen Bachauf- fahrt - der einen Umweg von fast 20 km und nahezu 800 Hm ausmachte, stimmte uns am nächsten Tag nicht mehr ganz so fröhlich. Die spontane Einkehr am Spätnachmittag in einer Gostiljna führte zu einem heftigen Stimmungssprung nach oben. Bierchen um Bierchen verschwand einfach spurlos. Leicht und beschwingt, manchmal fast zu flott wurde die anschließende Abfahrt bewältigt. Und wenn man schon mal in Postoijna (550m) ist, muss man natürlich auch die Adelsberger Grotten besuchen. Direkt vor der Höhle wurden die Räder geparkt, und verschwitzt wie wir waren, ließen wir in der unterirdischen Kühle bei 4°C die herrliche Pracht der Natur auf uns einwirken.

Schon wieder heftigster Regen am nächsten Morgen. Auch der eingeholte Wetterbericht versprach nichts Gutes. So fiel die Entschei- dung relativ schnell und leicht: Abbruch! Wir sparen uns die letzte Etappe bis ans Meer.

Die eingeholte Wetterkarte einen Tag später zeigte aber, dass die getroffene Entscheidung nicht so ganz richtig war, denn die Wolken hatten sich mir Nichts Dir Nichts in Nichts aufgelöst.
So hat's halt nicht sollen sein.

Summary: trotz des oft miserabelsten Wetters war es eine Durch- querung, bei der die positiven Eindrücke insgesamt bei Weitem über- wiegen. Und wir basteln schon daran, in nicht allzu ferner Zukunft diesmal vom Bodensee aus gen Westen zu starten.
Auch in der Richtung wartet irgendein Meer auf uns!

Also, Fortsetzung folgt irgendwann ... Sicher!

PS.: Den Abschnitt Postoijna - Rijeka habe ich im Juni 2001 im Rah- men eines Slowenien-Kroatienurlaubs alleine zu Ende gefahren. Start bei blauem Himmel und eitel Sonnenschein. Der Tag versprach traum- haft zu werden.
Dann wurde ich buchstäblich von einem der heftigsten jemals erlebten Gewitter überrrollt - eine wahrlich lange Stunde herrschte nur noch Weltuntergangsstimmung!!

Ferdl

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Ferdl

Meikl

Alex

Martin

1.Tag: Waldschiebestrecke

1. Tag: Joke vor dem Torstein (Dachstein)

1.Tag: Eine Begegnung der anderen Art

2.Tag: In Richtung Oberhüttensattel

2.Tag: Am Oberhüttensattel (1870m)

4.Tag: zum Wöllaner Nock hoch

4.Tag: am Wöllaner Nock (2145m ) - Dach der Tour

5. Tag: Im Dörfchen MostNaSoci

6. Tag: Recreation in einer Gostijlna

6. Tag: In der Adelbsberger Grotte

Die Route