Ötztaler Marathon
27.08.2006
Spannend schon im Februar die Anmeldung für den Ötzi! In der frag- lichen Zeit saßen wir abwechselnd, aber kontinuierlich vor dem PC, stets auf der Lauer, wann denn nun endlich das Portal geöffnet würde. Und das nicht Selbstverständliche klappte dann doch: alle ergatterten wir einen ersehnten Startplatz.
Wir, das war während der Saison 2006 ein Grüppchen von wech- selnd teilnehmenden Radlern, altersmäßig sehr bunt gemixt, die sich zu einer 'Marathongruppe' zusammengetan hatten. Und bei nicht immer gerade angenehmen Wetter tummelten wir uns dann in manch quälenden Alpensteigungen. Mit allerseits sehr guten Ergebnissen im Alpencup steuerten wir auf Höchstform Ende August zu. Leider mach- ten mir persönlich die Knie einen kleinen Strich durch die Rechnung.
Und dann war es soweit. In einer AV-Hütte bezogen wir am Samstag Quartier. Vom Bodensee stieß Andreas erst ganz spät zu uns. Ernüchternd sein Bericht: Pisse auf der ganzen Linie! Und Wieder einmal schien der Wettergott unerbittlich. Mit gedämpften Optimismus legten wir uns schlafen.
Dann doch nur regenschwangere Wolken am Morgen, und in der Startreihe wieder eine unvergleichliche Atmosphäre. Jeder präsentierte seine Angespanntheit auf andere Art: der angenehme Weiterschläfer, der nervöse stets an 'Irgendwasrumfummler', der Quatscher, der laute italienische Schreier ...
Mit dem Startschuss wurde all dies schlagartig weggefegt. Noch im fahlen
Morgenlicht setzte sich der Troß - 4000(?)Starter! - in Bewe- gung.
Bereits nach wenigen km war Renntempo erreicht, also vollste Konzentration
absolut von Nöten. Erste Defekte machten bereits manche Träume zu
Nichte!
In rasender Fahrt ging es das Ötztal hinaus. Noch in dichten Pulks wälzte
sich der Wurm das Kühtai rauf. Es begann zu regnen, am Pass fast zu
schneien. Wahrlich eine kalte Abfahrt nach Innsbruck. Dann wurde es
deutlich wärmer, auch trockener. Erst am Brenner rauschte der nächste Schauer
über uns hinweg. Ab und dann erblickte man eines unserer leuchtenden Gelbhemden,
wechselte die Rangfolge mit einem Gruppenpartner, fuhr sogar gemeinsam.
Andi und Georg waren jedoch weit enteilt.
Meine Knie hielten! Magenprobleme den Jaufen rauf konnte ich an geeigneten
Stellen eliminieren. Ein etwas längerer, wenn auch kühler Stopp am Pass
stellte mich wieder leidlich her. Dann noch das lange, lange Timmelsjoch
- vom lieblichen Dorf St. Leonhard, ca 500m bis auf 2509m, also etwa 2000Hm
am Stück. Von Sonne und Wärme gings rein in fast Dunkelheit, schauerhaften
Regen, Eisgraupel, heftigen Wind und nicht endenwollende Serpentinen.
Wahrlich KEIN Vergnügen mehr! Dann aber im wahrsten Sinne des Wortes Licht
am Ende des Tunnels. Der zeigte einem, dass die sinn- losen, aber für das
eigene Ego äußerst wichtigen Positionskämpfe sich langsam dem Ende neigen
würden.
Richtig froh um den letzten Gegenanstieg bei der Mautstelle, der etwas Wärme
vorgaukelte, ließ ich es nach Sölden austrudeln.
Alle unserer Gruppe erreichten wohlbehalten dieses ersehnte Ziel. Und noch so gut drauf, dass das Essen in der quirligen Halle gut mundete. Die Organisation verdiente hierbei vollstes Lob!! Höchst- zufrieden mit dem Erreichten - der Ötztaler wurde wieder mal gut, sehr gut geschafft - konnten wir uns an die Heimreise machen.
Extra erwähnt sei, dass Andi bezogen auf unsere Leistungsstärke in einer weit enteilten Liga gefahren ist. Sein Ergebnis nötigt einfach Respekt ab. Und für manche unserer Radler könnte damit das Tor zu den größeren Marathons aufgestoßen, für manche dürfte es geschlos- sen worden sein.
Ferdl
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... wir unter Vielen, Vielen
Wellnessen vor der Tortur
Beim 'Henker'Frühstück
Sölden: am Startplatz
Andi am Ziel
Ich hatte einen Traum ...
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