Jahresfahrt 2006: Uha-Zywiec (Pl)
21.07. - 30.07.2006
Mehr aus einer lockeren launigen Unterhaltung heraus, wurde die Idee angedacht, eine Fernfahrt im Jahre 2006 zu Unterhachings Partner- gemeinde Zywiec (Polen) in Angriff zu nehmen. Als sich nach vorsichtigem Sondieren immer mehr unserer Radler begeistern konn- ten, wurde aus der Idee allmählich ein fixes Vorhaben. Jedenfalls ein Novum, dass wir uns per Rad in derartigem Terrain bewegen würden. Das mag Ansporn zusätzlich gewesen sein.
Enorm der Aufwand an Vorbereitung!
Galt es dann doch auch, mehrere Felder, wie z.B Kultur, in geeigneter Weise
abzudecken. Entsprechend tüftelten wir längere Zeit an der Route. Einige Varianten
boten sich an. Nachdem das endlose Hin und Her mit der Quartiersuche für 17
Personen endlich in trockenen Tüchern war, stand die Vorbereitung eigentlich.
So dachte ich zumindest.
Fahrzeuge zu chartern, das dürfte ja wirklich kein Problem sein.
Aber: völlig falsch gedacht.
Totz EU-Zugehörigkeit von Tschechien, der Slowakei und Polen war kein Verleiher
bereit, uns gewünschte Fahrzeuge zu vermieten. Andere Alternativen
erschienen uns von den Bedingungen unannehmbar. Alle Hebel wurden in Bewegung
gesetzt. Jedoch leider kein Erfolg bei den üblichen kommerziellen Anbietern.
Was tun? Nach soviel investierter Organisation das Ganze einfach sausen lassen?
Ich stand kurz davor.
Letzte Hoffnung: gewichtige 'Helfer' der Gemeinde - es sollte ja sowas wie eine
offizielle Fahrt sein - setzten sich ein. Und Dank Fa. Ritter aus Unterhaching
konnte das Problem gottseidank gelöst werden. Wir hatten 1 Begleitfahrzeug dabei,
zum Heimtransport wurde uns ein zweites Fahrzeug leer nach Zywiec gefahren.
Großer Dank gilt auch dem Städtepartnerschaftskreis von Unterhaching, Hrrn Jäger
und Herrn Natolski, die uns für Zywiec viel an Organisation abnahmen, und natürlich
der Stadt Zywiec selbst, wo wir zwei sehr angenehme, erholsame und interessante
Tage verbringen konnten.
Und radlerisch war es eine Traumwoche schlechthin!
Bei Sonnenschein und sommerlichsten Temperaturen wurden wir am Freitagmorgen von Unterhachings Bürgermeister, Hrrn Knapek verabschiedet, bei Sonnenschein und noch wärmeren Temperaturen - bis 37°C! - wurden wir eine Woche später alle wohlbehalten, jedoch einige Kilo leichter, und viel durstiger, am Rathaus in Zywiec em- pfangen.
Dazwischen lagen 8 Fahrtage, Etappen zwischen 90 und 135km, wovon jede ihren
ureigenen Charakter hatte. Meist auf ganz kleinen, ziemlich verkehrsarmen Straßen
- Befürchtungen ob eines sehr schlechten Belages weiter im Osten hatten sich
gottseidank nur sporadisch bewahrheitet - konnten wir die sich uns bietende
reizvolle Landschaft, die vielen Hügeln, die wunderschönen Dörfer mit ihren
ureigenen sehr gut erhaltenen Ortskernen und die freundlichen Leute voll genießen.
Jeder Tag war reich an Höhepunkten!
Hervorzuheben aber natürlich die Fahrt entlang der Moldau, die phantastischen
Kulissen von Schärding, Krumau, Budweis, Trebon, Neuhaus, Telc, Kromeriz, sowie
die Fahrten durch den Nationalpark um Blansko und die Extraschleife hin auf Zywiec.
Viele unserer befahreren Gebiete sind ja mit einer wahrlich schlimmen Vergangenheit
belastet, bezogen auf beide Seiten. Unsere leichte Sorge, damit unangenhem
konfrontiert zu werden, bewahrheitete sich glücklichwerweise nicht. Wie beim Wetter,
herrschte nur eitel Sonnenschein. So auch bei den Unterkünften, von Essen und
Trinken ganz zu schweigen. Dafür sind diese Regionen aber sattsam bekannt.
Ein bisschen Salz bildete am letzten Fahrtag leider eine Havarie mit unserem Fahrzeug. Aber auch hier waren unsere Gastgeber aus Zywiec rasch undtatkräftig zur Stelle. Am nächsten Morgen schon war unser Gefährt wieder fahrbereit.
Da Krakau von Zywiec nicht weit entfernt liegt, war eine Besichtigung der alten Königsstadt ein Muss. Wohlorganisiert mit deutscher Führering wurden uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und deren Geschichte nahegebracht. Zum krönenden Abschluss konnten wir am Abend beim Beskidenfest - ein Folklorefestival mit verschiedensten Muskigruppen aus der ganzen Welt - in einer Arena vor einigen tausend Zuschauern dem Bürgermeister von Zywiec ein gelbes Trikot überstreifen. Unsere Einladung, doch mit dem Rad in die Gegen- richtung die ganze Strecke - es waren an die 900km und 8500Hm - nach Unterhaching zu fahren, hat er aber dann aber dankend abgelehnt. Seine 'Termine' ließen das einfach nicht zu!
Am Sonntagmorgen war für die Heimfahrt bereits alles vorbereitet. Sehr früh, im
strömenden Regen luden wir die letzten Utensilien ein, und dann ab die Post.
Die restlichen Devisen noch verdieselt, konnten wir auf viel Autobahn über Wien in
den gewohnten Stau am Irschen- berg einmünden.
Ganz am Rande sei noch erwähnt, dass 'Schwarzfahren' auf der Autobahn auch
in der Slowakei mit drastischen Strafen belegt ist. Unwissenheit schützt dort
ebenso wenig wie anderswo!
Ferdl
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