Jahresfahrt 2000 - Durch die Pyrenäen
Vom Atlantik zum Mittelmeer
Do, 24.08. - Di, 04.09.2000
Crew: Günther Bartsch, Heinz Pastucha, Traudl und Fred Pfefferl, Fritz Fetzer, Peter Pischel, Willi Schipke
1.Tag: Do 24 .08.
Um 6°° ging’s in Taufkirchen los,
mit dem Tagesziel Cote d’Azur. Ca 900 km lagen vor uns, alle 2 Std.
Fahrerwechsel, so verging die Zeit schnell.
2. Tag, Fr, 25.08.
Am frühen Morgen nach einem guten Frühstück
lagen nochmals 900 km Autofahrt vor uns, die wir genauso locker wie am
Vortag bewältigten. Angekommen, stürzten wir uns in die tosende
Brandung des Atlantik. Anschließend fuhren wir zu unserem Startpunkt
Sares auf 70 m Seehöhe.
3.Tag: Sa, 26.08. 103km, 1720Hm
Nach einem Gewitter in der Nacht, noch
leicht nassen Straßen, radelten wir nun los zur Pyrenäentour. Die
erste Etappe mit 4 kleinen Pässen Col de St. Ignace, Goizamendi, Col d´
Ispéguy, Col d´ Osquich, die wir in einer Gruppe trotz hoher
Luftfeuchtigkeit alle leicht bewältigten.
4. Tag: So, 27.08. 109km, 2080Hm, Steigung 7% - 13%.
Das Wetter bessert sich, der Morgen ist
frisch, leicht bewölkt mit Sonne, unser Ziel ist Arrens. Die ersten
50km sind ohne Steigungen, die Straßen gut, fast ohne Autoverkehr, bis
dann nach leichten Steigungen nach der Mittagspause der Aufstieg zum
ersten harten Pass den Col d´ Aubisque mit 1710 Höhenmeter beginnt.
Die Gruppe fällt auseinander in Profis, Leichtgewichte, Guttrainierte
und Airbagträger. Aber alle kommen auf der Passhöhe bei Nebeltreiben
und kaltem Wind in guter Verfassung an. Dann geht’s mit einer kleinen
Abfahrt dazwischen noch auf den Col du Souler und anschließend zum Ziel.
5. Tag: Mo, 28.08. 103km, 2560Hm, Steigung 7% - 8%.
Fast wolkenlos aber kühl, unser Ziel Avajan, die Königsetappe mit dem
höchsten Pass Tourmalet 2115 m. Die ersten 30 km zum Einfahren, dann 18
km mit einer durchschnittlichen Steigerung von 7%, Spitzen 10%, ein
wunderschöner Pass ab 1300 m über der Waldgrenze mit herrlichem
Ausblick, wurden wir bestens belohnt für die Strapazen. Jeder kommt gut
auf der Passhöhe an, mit sich und seiner Leistung zufrieden, auch wenn
das Tour de France Publikum mit seinen Anfeuerungsrufen gänzlich
fehlte. Fast 20 km in rascher Fahrt bergab, dann sind die kommenden 600
Höhenmeter zum Col d´ Aspin bei warmen Temperaturen schnell geschafft.
Übernachtung in 900m mitten im Gebirge, wir waren die einzigen Gäste.
Arrens.
6.Tag.: Di, 29.08. 98km, 1810Hm, Steigung 7% - 8%.
Nach sternenklarer Nacht, am Morgen
noch sehr kühl, die Sonne wärmt uns schnell und nur nach 10km und 660
Höhenmeter und immer besserer Kondition, haben wir die Passhöhe des
Col de Peyresourde mit 1569m erreicht. Nach nur 14km Abfahrt erwartet
uns mit dem Col du Portillon ein sehr steiler und kurzer Pass, aber dann
ging’s mit 40 Stundenkilometer bis zu unserem schönsten Rastplatz in
St. Béat unter hohen Bäumen im Park. Günther servierte ein opulentes
Mittagsessen mit verschiedenen französischen Käsesorten, Wurst und
Schinken, Melonen, Weintrauben, usw. und einem hervorragenden Landwein.
Noch liegen 2 Pässe, Col des Ares und Col de Buret vor unserem Ziel in
Aspet – wir wurden leider etwas bestraft durch unserem vollen Bauch
vom gutem Mittagessen und den schweren Schenkeln. Am Ziel wurden wir
dann doch mit einem guten Hotel mit Swimmingpool im Park belohnt und wir
konnten unsere verspannten Muskeln auflockern.
7.Tag: Mi, 30.08. 106km 1630Hm
In der Nacht wieder Gewitter -
erstaunlich nie am Tag! – ein gutes reichhaltiges Frühstücksbuffet,
gibt uns Kraft für die 5. Etappe nach Tarascon. Wir starteten bei sehr
hoher Luftfeuchtigkeit, nach 10km Einrollen zum Col de Portet d´Aspet,
dann ging es mit einer durchschnittlichen Steigung von 10 - 12% bergauf,
dies forderte schon alles von uns, mehr war nicht mehr drin. Die nächsten
50km waren in welligem Gelände ein reines Genussradeln. Noch ein Pass,
der Col de Port, schön zu fahren, ca. 5% Steigung, dann noch 650m abwärts
zum Zielort Tarascon. Nachdem es immer noch zu wenig Höhenmeter waren,
bestiegen wir noch am Abend die mittelalterliche Burgruine. Toll der
Blick über die Stadt und den Fluss.
8.Tag: Do, 31.08. 102km, 1450Hm, Steigung 6%.
Ein erster Blick aus dem Fenster, die
Wolken werden weniger, Abfahrt wie immer 09:00Uhr und es scheint wieder
eine traumhafte Etappe zu werden. Am Anfang eine kurze Hauptstraße,
dann zwei leichte Pässe, der Col de Marmare und Col des 7 Fréres, eine
wunderschöne Höhenstraße von 25km, kein Auto, nur unser Ford Diesel,
immer wieder herrliche Ausblicke zwischen kurzen Nebelschwaden mit viel
Sonne, erreichten wir unser Mittagsziel diesmal in
dem kleinen Ort Bélesta, beim Chefkoch persönlich, der uns ein
vorzügliches Mittagsmahl bereitete. Auch Heinz traf noch rechtzeitig
ein, nachdem er sein obligatorisches Speichenmalheur beseitigt hatte.
Nochmals kurze Anstiege zum Col del Teil und Col de la Babourade, bei
angenehmen Temperaturen erreichen wir Quillan, unser heutiges Ziel.
9.Tag: Fr, 01.09. 112km, 1100Hm, Steigung 4% – 9%
Auf geht’s zur letzten Etappe nach Le
Barcares. Leicht bewölkt, warme Brise, leichter Rückenwind, was kann
man sich anderes wünschen. Eine abwechslungsreiche Strecke mit mäßigen
Hügeln, die Vegetation wird mediteran, die Luft wärmer und wir riechen
schon das Meer. Noch ein letzter Höhenrücken und vor uns liegt der
Golf du Lyon, nur noch bergab, leider zum Abschluss doch ein letzter
Gegenwind vom Meer. Hurra, wir sind glücklich und zufrieden in Le
Barcares unserem Endpunkt am Mittelmeer angekommen und finden gleich ein
kleines einladendes Hotel direkt am Meer, indem wir zwei Nächte
verbringen.
10.Tag: Sa, 02.09.
Baden, Spazierengehen, Stadtbesichtigung, Essen, der Himmel war
wolkenlos, klares Meerwasser. Am Abend gab es noch ein Konzert am
Markplatz vor dem Hotel.
11.Tag: So, 03.09.
Vormittags ein Bummel durch den Markt,
Shopping mit Einkauf für die Daheimgebliebenen. Am frühen Nachmittag
ging es dann heimwärts in Richtung Vaison am Fuße des bekannten Mont
Ventoux, dem Schicksalsberg der Tour de France über dem Rhonetal. Heinz
und Wilma verließen uns und setzten ihre eigene Tour de France mit dem
Auto fort.
12.Tag: Mo, 04.09. 109km, 2000Hm, Steigung 7% - 16%.
Wieder ist das Glück auf unserer Seite, wolkenlos, leichter Wind
und eine angenehme Temperatur und los geht’s zum Mont Ventoux. Wir
sind nach 7 Tagen in den Pyrenäen alle in guter Form und kein bisschen
müde. Trotzdem hatten einige von uns großen Respekt vorm Berg. Aber
alle kamen mit sich und der Welt zufrieden nach mehr als 2 Stunden, 21
km Länge bergauf, wohlbehalten auf dem Gipfel an. Am Berg gab’s was
zu feiern: Peter hatte Geburtstag, eine gute Flasche Rosé wurde
genossen, ein grandioser Rundblick ins Rhonetal bei wolkenlosem Himmel
und dann ging es wieder in rasanter Abfahrt mit 1700 Höhenmeter zurück
nach Vaison. Dieser Tag war wohl ein krönender Abschluss unserer
gesamten Tour durch die Pyrenäen.
Nachmittag ging’s dann noch bis kurz vor die Schweizer Grenze.
13.Tag: Di, 05.09.
Der Urlaub ist vorbei. Heute ist Rückreisetag.
Über Genf, Zürich geht’s heim ins Hachinger Tal.
Fazit:
Gesamt gefahrene Strecke 839km minus 100km Fahrertag,
Höhenmeter 14300Hm minus 1500, 8 Fahrtage minus 1,
ca. 40 Stunden im Sattel;
gefahrene Straßen in sehr gutem Zustand, jedoch
mit rauer Fahrbahndecke, mit wenigen Ausnahmen fast kein
Autoverkehr, reichliche Vegetation mit vorwiegend Laubwäldern, Unterkünfte
in gut bürgerlicher Atmosphäre mit Preisen FP 60 - 80 DM für DZ; kein
Unfall, 3 Pannen für Luft und Speichen.
*** Schön war's, man kann die Tour weiterempfehlen !! ***
| zurück |
Unsere Truppe
Auf dem Dach der Route
Wieder ein Pass geschafft
on tour
Ein Klassiker ist bezwungen
Straßenrestaurant
Fritz und Peter| Trainingswochen | Jahresfahrten | Marathons | Mountainbiken | Sonstiges |