Jahresfahrt 1999:   Uha - Flensburg

Fr, 30.07. - Mo, 09.08.1999

 

Die reinen Zahlen:

Fr, 30.07.99 144 km   750 Hm Uha - Neuburg
Sa, 31.07.99 155 km   900 Hm Neuburg - Hartenstein
So, 01.08.99  98 km   900 Hm Hartenstein - Schwabthal
Mo, 02.08.99 125 km 1000 Hm Schwabthal - Fladungen
Di, 03.08.99 143 km 1850 Hm Fladungen - Rotenburg
Mi, 04.08.99 144 km 1360 Hm Rotenburg - Riefensbeck
Do, 05.08.99 148 km   300 Hm Riefensbeck - Celle
Fr, 06.08.99 137 km   400 Hm Celle - Lauenburg
Sa, 07.08.99 142 km   450 Hm Lauenburg - Plön
So, 08.08.99 146 km   400 Hm Plön - Flensburg
Mo, 09.08.99    0 km      0 Hm Heimfahrt (Bus)
Gesamt: 1382 km 8300 Hm Uha - Flensburg

20 Jahre unsere Radsportabteilung!

33 ambitionierte, erwartungsvolle und zum Großteil hochtrainierte Radlerinnen und Radler trafen sich bei strahlendem Sonnenschein am 30. Juli um 08.00 Uhr in Taufkirchen, um die große Fahrt gen Norden anzutreten. Bei dieser Jahresfahrt, die vom Chef der Radsportabteilung und freiwilligen Helfern mit viel Aufwand, Sorgfalt und Begeisterung organisiert worden war, lagen 1.400 km mit 8.800 Höhenmetern, aufgeteilt in 10 Tagesetappen mit Endziel Flensburg vor uns. Die schnellsten Radler schafften diese Distanz in nur 53 Stunden reiner Fahrzeit.
Die Stimmung war gut, die Wetteraussichten hervorragend, eine vorläufige Gruppeneinteilung in 5 Leistungsklassen war schon vorab erfolgt: Gruppo Uno, Gruppe 2 = Chaostruppe (warum nur?), Gruppo Morscho, Gruppo Supermorscho und die Körberlgruppe (so genannt wegen der mitgeführten Einkaufskörbchen) - es konnte also losgehen.

33 unterschiedliche Charaktere gingen an den Start, da waren z.B.:

- die Eigenwilligen, die sich an keine gewählte Fahrlinie hielten, sondern munter je nach Lust und Laune die Spur von links nach rechts und wieder umgekehrt wechselten,

- die sog. Technikfreaks - reine Theoretiker, wie ungepflegte Ketten, schlechtgängige Schaltungen und undefinierbare Knackgeräusche bewiesen,

- die Snobs, für die München nichts Passendes zum Anziehen bietet und deshalb in Greding einkaufen müssen,

- die Feinschmecker, die die Lauenburger Variante "Rote Grütze mit Sauce Bearnaise" mit Kennermiene probierten,

- die Vergesslichen, die Mitfahrer ihrer Gruppe bei einer PP-Pause oder am Mittagsbus einfach vergessen,

- die Hilfsbereiten, die immer da waren, wenn eine schiebende Hand oder ein Hinschleppen an die Gruppe nötig waren,

- der Genießer, der der Gruppe für ein paar Tage Lebewohl sagte, um sich angenehmeren Dingen zuzuwenden,

- die Optimisten, die eine Tagesetappe von mehr als 120 km ohne Reservereifen antreten,

- die Stillen, Leisen, die durch Leistung ohne laute Töne überzeugten,

- der Hoffotograf, der von Gruppe zu Gruppe hetzte, um auch wirklich alle Vorder- und Rückansichten auf den Film zu bannen,

- der Capo, der sich nicht mit unseren Landesnachbarn im Nordwesten (Holland) auf eine Stufe stellen will und deshalb nie den Frühstücksraum mit heimlich eingepackten Lebensmitteln verließ,

- die Mauler, die fast immer etwas finden, was nicht ganz ihren Vorstellungen entspricht,

- die Hinterradlutscher, die sich immer einen breiten Rücken und ein schönes Vorderrad suchen und nach Möglichkeit nie führen (auch der Verfasser zählt zu dieser Spezies),

- die Pechvögel, die laufend Reifenpannen hatten, und die Glückspilze, die ohne Defekt über die Tour kamen,

- die Individualisten, die gerne ein bisschen zu schnell ein bisschen zu weit vorne fahren und an ihre Gruppenzugehörigkeit erinnert werden müssen,

- der Kunstkenner, dem wir eine interessante und lehrreiche Führung in Neuburg verdanken,

- die Rücksichtsvollen, die immer betonen, man bräuchte nicht auf sie zu warten - wo doch jeder weiß, dass niemand allein in der Prärie zurückgelassen wird,

- die Komiker, die nach einem Kettenriss eben einfach ohne Kette weiter rollern, bis Hilfe kommt,

- der Nervenstarke, der auf einen Handy Hilferuf hin "sie liegt auf der Straße" noch den Mut hat zu fragen "um Gottes Willen, wer?" (na die Kette eben),

- die Fröhlichen, die immer gut gelaunt sind und sich über jeden neuen Tag freuen,

- die Hoffnungsvollen, die lange, leider vergebliche, Umwege in Kauf nehmen um die blühende Heide zu sehen,

und Fred hatte sich vorgenommen, all diese verschiedenen Menschen sicher an die Etappenziele Neuburg, Hartenstein, Schwabthal, Fladungen, Rotenburg, Riefensbeek, Celle, Lauenburg, Plön und Flensburg zu bringen. Und siehe da: das Wetter meinte es sehr gut mit uns (mit Ausnahme der letzten Etappe nur schön), die Straßenführung war optimal, das vorhandene Kartenmaterial und die Tagespläne erstklassig, die Quartiere waren tadellos - von rustikal bis edel (sogar die Nacht in der Jugendherberge war spaßig), unterwegs gab es reichlich Gelegenheit verbrauchte Kalorien wieder aufzufüllen (nur in den blühenden Landschaften Thüringens vermissten wir gastronomische Highlights, sogar Zeit zum Baden in der Obermain-Therme und für die ganz Mutigen auch in der Ostsee blieb, und letztendlich kam auch die Kultur dank Kirchen- und Stadtbesichtigungen nicht zu kurz.

Die Stadt Celle hat sicher bei allen einen starken Eindruck hinterlassen, hier wurden wir von einem offiziellen Fremdenführer durch die zauberhafte Altstadt begleitet.

Zu den besonderen Glanzpunkten dieser Deutschlandfahrt zählen sicher die Etappen 3 von Hartenstein nach Schwabthal mit Durch- querung der Fränkischen Schweiz und 5 von Fladungen nach Rotenburg mit Überschreitung der Wasserkuppe, zum einen wegen der landschaftlichen Schönheit, zum anderen aber sicherlich auch wegen der sportlichen Herausforderung auf der Hochrhön-Straße mit ca. 1.900 Höhenmetern.

Fazit :
Es war eine rundum gelungene Tour, die bis auf einen Ausrutscher sturzfrei und ohne Materialschäden verlief, ein einmaliges Erlebnis für die, die mitfahren durften und wir alle werden noch lange daran denken und bestimmt auch oft davon erzählen.

Harriet Grässel

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Unsere Truppe

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