Frühjahrstraining 2003 - Sizilien

05.04. - 19.04.2003

 

Zugegeben, als engagierter Radsportler fährt "man" zum Frühjahrstraining nach Mallorca – man kennt sich aus, die Straßen sind gut, die radlerische Infrastruktur hervorragend und die Insel ist an landschaftlicher Schönheit ein echtes Highlight. Und dennoch, warum sollte man nicht einmal etwas anderes probieren, zumal unser Vorsitzender schon mehrfach mit dem Rennrad auf Sizilien gewesen und jedes Mal begeistert zurückgekommen war. Also, nichts wie hin nach Sizilien

Der sehr gebirgige Norden bzw. Nordwesten bot sich für eine Trainingswoche im April, also zu einer recht frühen Zeit in der Rennradsaison, einfach noch nicht an - also entschieden wir uns für den Südosten, der zumindest im Küstenbereich auch einige flachere Strecken anbietet, bevor man dann – nach einigen Tagen intensiven Grundlagentrainings – sich an die etwas anspruchsvolleren Kurse heranwagen konnte. Und die führten dann auch bis auf 800 Meter über dem Meeresspiegel hinauf und wollten zuerst einmal gefahren werden, zumal unser Hotel in Lido di Noto durch seine Lage unmittelbar am Strand nun auch tatsächlich auf Meereshöhe lag.

Aber das taten wir gerne und sogar mit wachsender Begeisterung, denn der Kontrast zwischen der Küstenlandschaft und dem teils karstigen und vegetationsarmen, hier und da von tiefen Flusstälern und Schluchten durchzogenem Gebirge schuf eine Landschaft mit einem eigenen herben Charme, der uns alle faszinierte.

Ganz anders als etwa auf Mallorca war es nicht immer ganz einfach, mittags ein geeignetes Ristorante oder eine Trattoria zu finden, um die – je nach Trainingszustand mehr oder weniger entleerten - Kohlehydratspeicher wieder aufzufüllen und meistens half nur eine Erkundigungsfrage bei Einheimischen, die uns dann mit sizilianischer Überschwenglichkeit und südländischem Redefluss auch sehr bereitwillig eine Trattoria empfahlen bzw. die Gruppe der Einfachheit halber mit dem Auto gleich dorthin geleiteten.

Warum es nur so wenig Restaurants gibt bzw. geöffnet waren, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht liegt eine Erklärung darin, dass das Interesse der einheimischen Bevölkerung am Tourismus in größerem Umfang – jedenfalls zu jenem frühen Zeitpunkt im Jahr – nicht sehr ausgeprägt ist bzw. überhaupt nicht vorhanden zu sein scheint.

 Flowerpower am
        Geburtstag

Offenbar sehr viel stärker ausgeprägt ist hingegen offensichtlich das Interesse der dortigen Schulen und ihrer Lehrer, die Schüler auf Sizilien mit den im Überfluss vorhandenen Sehenswürdigkeit vertraut zu machen, denn unser Hotel war fast jeden Abend mit Schulkindern aller möglichen Altersgruppen besetzt, die mit mehreren Bussen anreisten und uns in der Hotelhalle und auf den Zimmern ihre eigene Form von Lebensfreude und das ausgeprägt andere Verhältnis der Mittelmeer- bewohner zu Lärm und Lautstärke recht unüberhörbar vor Augen, pardon: vor Ohren, führten.

Insgesamt waren diese eine bzw. zwei Wochen für uns alle jedoch ein wunderschönes Erlebnis, auch wenn es für unseren Chef, der alles geplant, organisiert und vorbereitet hatte, wohl mitunter stressiger war, als er erwartet hatte, zumal die Schwierigkeiten schon bei dem Transfer vom Flughafen zum Hotel nach dem Hinflug wegen fehlender Transportmöglichkeiten für die Rennräder begannen und auch erst mit dem Transfer vom Hotel zum Flughafen vor dem Rückflug endeten und eine Menge Geduld und Improvisationsfähigkeit erforderten.

Klaus Weber

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Sizilien - Insel der Zitronen

Unsere Unterkunft (Lido di Notu)

Bei der (fast) täglichen Morgengymnastik

Noch jede Menge Schnee am Ätna ...

... und die Natur bereits im vollen Saft

Es rollt sich so schön ...

... vorbei an traumhaften Panoramen

In einem der vielen, vielen Anstiege